Es sind stürmische Zeiten, in denen sich die Welt gegenwärtig befindet. Politische Konflikte, ökologische Krisen und soziale Verschiebungen verdichten sich zu einem Gefühl anhaltender Instabilität. Die Ausstellung „Tempest“ des ART LINE TRIOS im Salon des Museum Angerlehner nimmt diesen Zustand zum Ausgangspunkt und begreift den Sturm nicht nur als Naturereignis, sondern als analytische Figur unserer Gegenwart. In einer ortsspezifischen Inszenierung verbinden sich Malerei, Zeichnung und Installation zu einem vielschichtigen Gefüge, in dem Linien sich überlagern, unterbrechen und neue Ordnungen erzeugen.
Ausgehend von der Linie als grundlegendem bildnerischen Element entwickeln die Künstler:innen des ART LINE TRIOS, Silvia Sun, Thomas Steiner und Paul Jaeg, ein komplexes Zusammenspiel dreier eigenständiger Positionen. Die Linie erscheint dabei als Spur und Struktur zugleich – sie ordnet, verbindet und unterläuft. Im Dialog der Arbeiten entsteht ein offenes Spannungsfeld, in dem sich Bedeutung nicht festschreibt, sondern kontinuierlich verschiebt und neu formuliert.
Der Titel der Ausstellung verweist auch auf William Shakespeares „The Tempest“ und öffnet so einen Resonanzraum bis in aktuelle gesellschaftliche Debatten. Zeitgemäße Fragen von Macht, Aneignung und Wirklichkeitsgestaltung klingen ebenso an wie deren Ambivalenzen. „Tempest“ erscheint so als ein Raum, in dem sich Natur, Bild und gesellschaftliche Realität überlagern und gegenseitig befragen. Zusammenarbeit, künstlerischer Austausch und stete Neugier werden im Zustand des Umbruchs zur Bedingung – und das ART LINE TRIO setzt genau diese Bedingung als künstlerische Praxis.