Das Museum Angerlehner präsentiert mit Am Rand des Blickes erstmals eine museale Ausstellung des österreichischen Künstlers Martin Veigl. Kaum ein Motiv prägt sein künstlerisches Schaffen so nachhaltig wie der Mensch mit seinen trivialen Gesten. Veigl könnte in diesem Sinne durchaus als Menschenfreund bezeichnen bezeichnet werden. Vor allem ist er aber präziser Beobachter der scheinbar beiläufigen Szenen unseres Alltags, die er gekonnt in seinen Arbeiten, im Wechselspiel zwischen Realität und Konstruktion sowie Abstraktion und Figuration, darstellt.
In seinen charakteristischen Werken erscheinen die figurativen Elemente bewusst unvollständig und gehen mit dem abstrakten Moment eine ausbalancierte Einheit ein. Indem er die menschliche Figur nicht isoliert darstellt, sondern in eine offene, von Überlagerungen und Leerstellen geprägte Bildstruktur einbettet, thematisiert er zugleich die Bedingungen unserer Wahrnehmung, in der Wirklichkeit sich niemals vollständig erfassen lässt.
Genau diesen Zustand macht der Künstler in seinen Arbeiten sichtbar. Sie gleichen Räume des Menschlichen, die nicht real, sondern konstruiert sind und dennoch eine unmittelbare Natürlichkeit besitzen. Indem Martin Veigl den Blick auf das lenkt, was gewöhnlich unbeachtet bleibt, verleiht er dem flüchtigen Moment und der alltäglichen Geste eine besondere Sinnlichkeit – und so wird das was am Rand unserer Wahrnehmung geschieht, zum eigentlichen Ausdruck unserer Gegenwart.