Mit „Bettina Patermo. Im Spannungsfeld der Wirklichkeiten.“ präsentiert das Museum Angerlehner eine umfassende Retrospektive der österreichischen Künstlerin Bettina Patermo. Ihre künstlerischen Wurzeln liegen in der Druckgrafik, von der aus sie ihr Werk über Jahrzehnte hinweg in immer neuen Zyklen und thematischen Schwerpunkten weiterentwickelt hat. Zwischen Realismus und Expressionismus, Figuration und Abstraktion spannt sich dabei ein vielgestaltiges Œuvre, das von gesellschaftlichen Fragestellungen zunehmend hin zur individuellen Wahrnehmung führt.
Eine wichtige Werkphase widmet sich der realistischen Darstellung von Mensch und Tier, wobei sich Selbstporträts mit Schleier und Strandszenen mit Identität, kultureller Vielfalt und gesellschaftlichen Rollen beschäftigen. In den jüngeren Arbeiten öffnet sich diese gegenständliche Bildwelt zunehmend hin zu einer freien, expressiven Malerei. Frühere Motive und kompositorische Erfahrungen werden aufgenommen, transformiert und neu gedacht. Eine Konstante bleibt die intensive, leuchtende Farbigkeit, die Patermos Bilder mit unmittelbarer Energie und Präsenz erfüllt. Farbe wird dabei nicht nur zur Beschreibung eingesetzt, sondern entwickelt eine eigene Dynamik. Figuren, Landschaften und organische Formen scheinen sich ständig zu verändern und zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion zu bewegen.
Patermos Bilder geben keine eindeutig festgelegte Wirklichkeit vor, sondern entfalten einen offenen Wahrnehmungsraum. Sie fordern dazu auf, genauer hinzusehen, zu verweilen und die eigene Wahrnehmung immer wieder neu auszurichten.
Eine besondere Verbindung zur Ausstellung besteht durch die langjährige Auseinandersetzung des Sammlers Heinz J. Angerlehner mit Patermos Werk: Zahlreiche Arbeiten der Künstlerin befinden sich in seiner Sammlung, einige davon sind nun auch in der Ausstellung zu sehen.